Artikel
48 Kommentare

Männer weinen doch (…ich zumindest)

Mein Smartphone vibriert in meiner Hosentasche. Eine Nachricht von meiner Frau. Vermutlich. Es ist halb zehn morgens. Die drei Ältesten sind vor knapp zwei Stunden mit dem Bus zur Schule gefahren, die Jüngste habe ich mit dem Fahrrad in den Kindergarten gebracht. Ich liege auf der Couch und ruhe mich aus nach zwei chaotischen und stressigen Morgenstunden ohne Maria. Sie ist morgens zur Zeit nur selten da und ich komme eigentlich meistens ganz gut damit klar. Doch heute lief alles schief. Ich war mal wieder zu laut und fühle mich jetzt im Nachhinein wie ein Versager. Also liege ich einfach da, antriebslos auf der Couch und weiß nicht so recht, was ich mit dem Tag anfangen soll, auch wenn meine Todo-Liste mehr als voll ist. Der Tag hat doch gerade erst angefangen und ich bin jetzt schon kaputt?

Maria ist auf der Arbeit und die Nachricht ist tatsächlich von ihr.

“Hey Thor, hör dir unbedingt dieses Lied an. Höre es gerade in Dauerschleife!”

Darauf folgt ein Herz-Emoji und ein Spotify-Link. Das Lied heißt “Issues” und wird gesungen von Julia Michaels. Noch nie von gehört, denke ich, setze mir meine Kopfhörer auf und starte den Song. Die minimalistische Komposition und die Verletzlichkeit in ihrer Stimme berühren mich sofort. Mir wird auch schnell klar, warum Maria mir das Lied geschickt hat: Es geht eindeutig um uns in dem Lied. Der Text lässt sich fast eins zu eins auf unsere Beziehung übertragen.

Die Kernaussage des Refrains lautet:

Ich habe Probleme, du aber auch…
…doch wir haben auch die Art von Liebe, die es braucht, um damit fertig zu werden.

In den Strophen ist von Eifersucht, Wut und Stimmungsschwankungen die Rede. Man bekommt den Eindruck, dass die beiden ziemlich chaotisch und vielleicht sogar ein wenig kaputt sind. Und dann singt sie zu ihrem Freund, dass er trotz allem perfekt ist.

Wie ein dürftig verkabelter Stromkreis.

Wie bitte kann man die Fehler einer Person so schön in Worte verpacken? Oder besser gesagt die Liebe zu einer unperfekten Person?

Die Ehrlichkeit und die Schönheit dieses Liedes treffen mich völlig unvorbereitet und mit einer Wucht, wie ich es bei einem Lied oder sonst irgendwas noch nie erlebt habe. Meine Gefühle fahren Achterbahn und ich bin völlig überwältigt, von dem was ich höre. Sobald das Lied zu Ende ist, starte ich es wieder von vorne, und dieses mal fange ich an zu weinen. Erst laufen mir nur ein paar vereinzelte Tränen die Wangen hinunter, doch es dauert nicht lange bis ich anfange so richtig zu schluchzen, völlig unkontrolliert wie bei einem kleinen Kind.

Und das zum ersten Mal seit über 20 Jahren. Um euch hier ein bisschen Kontext zu geben, drehe ich jetzt die Zeit ein wenig zurück.

Als Kind war ich sehr gut im Verdrängen. Ich musste stark sein, wurde früh selbstständig und habe dadurch den Zugang zu meinen Emotionen womöglich ein wenig verloren.

Als Erwachsener lernte ich dann Stück für Stück, dass ich auch schwach sein darf. Ich tauchte in eine Gefühlswelt ein, von der ich nicht wusste, dass sie in mir existierte und lernte mich selbst mit der Zeit immer besser kennen. Das alles fühlte sich sehr gut und richtig an, doch eine Sache fehlte mir noch: Ich konnte nicht weinen. Seit ich ein Kind war, hatte ich keine einzige Träne vergossen und das kam mir irgendwie wie ein Mangel vor. Also hatte ich das Gefühl, dass da noch was kommen wird. Dass der Prozess noch nicht abgeschlossen sei. Und ich sollte Recht behalten.

Denn während ich mich selbst und mein Inneres immer besser kennenlernte, kam das Weinen mit der Zeit einfach zu mir. Ganz von alleine. Das erste mal war es nur eine einzelne Träne, die gerade noch den Weg auf meine linke Wange schaffte, mithilfe eines kräftigen Zusammendrückens der Augenlider.

Dann ein Jahr oder so später kullerten mir die Tränen über die Wangen, während ich ein Kapitel in einem Buch las, das mich sehr berührte. Es fühlte sich gut an. Irgendwie befreiend. Und ab dann passierte es immer öfter.

Zum Beispiel dann, als mir klar wurde, dass Maria sich mit ihrem Ex-Freund treffen muss. Sie durfte ihn vor meiner Zeit plötzlich nicht mehr sehen, die beiden wurden einfach auseinander gerissen, gegen ihren Willen. Wir waren damals Teil einer christlichen Sekte, in der so etwas mehr oder weniger normal war. Also gab es keine Aussprache vor der Trennung, auch kein Verlassenwerden, bei der klar war: der Andere will nicht mehr. Die Schmerzen und das Gefühl, dass einem Unrecht getan wurde, mussten einfach verdrängt werden. War ja Gottes Wille. Doch jetzt kapierte sie plötzlich, dass es eben nicht so war. Was ihr und ihm damals angetan wurde, war falsch. Und mit dieser Einsicht wurde eine alte Wunde aufgerissen, die eigentlich nie zu hundert Prozent geheilt war. Also war die Zeit jetzt reif für ein abschließendes Gespräch. Zwölf Jahre nach der Trennung und ohne jeglichen Kontakt.

Ich buchte, etwa ein halbes Jahr vor unserer Weltreise, ein Flugticket nach Norwegen für sie, und schlug vor, sie könne es ja mit einem Besuch bei ihrer Schwester verbinden und ihn in einem Café oder so treffen. Ich hielt sie fest und weinte zum ersten mal so richtig. Es tat mir weh, weil es ihr weh tat. Weil da etwas in ihr war, Gefühle für einen anderen Mann, der ihr unrechtmäßig weggenommen wurde, und der damit verbundene Schmerz. Ich ließ sie innerlich ein Stück los, während ich sie mit meinen Armen so gut ich konnte festhielt. Auch sie weinte und trotz meiner Angst hatte ich irgendwie das Gefühl, dass dieser Augenblick und diese ganze Geschichte uns mit der Zeit noch stärker zusammenschweißen würde, egal wie beschissen es sich gerade anfühlte.

Und damit gehen wir zurück zur Gegenwart. Dort wo diese Geschichte angefangen hat.

Ich liege auf der Couch, höre mir das besagte Lied an und weine völlig unkontrolliert. Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals so geweint zu haben, auch wenn ich das als kleines Kind getan haben muss. Das spüre ich alleine daran, dass mir das Gefühl vertraut ist. Es erinnert mich an irgendetwas. Und es ist irgendwie ein gutes Gefühl. Es ist, als würde sich etwas tief in mir lösen, sich den Weg an die Oberfläche bahnen und meinen Körper zusammen mit den Tränen verlassen. Es fühlt sich verdammt gut und befreiend, ja fast heilend an.

Wahrscheinlich hätte mich das alles nicht ganz so hart getroffen, hätte ich mich nicht an diesem Morgen einem der Kinder gegenüber so blöd verhalten.

Durch dieses Verhalten und meine Reue war das Kaputte an mir in diesem Moment sehr präsent. Plötzlich konnte ich die Schönheit in all unserem Chaos, in all dem Unvollkommenen so klar sehen. Die Schönheit in unserer Beziehung und in dem Durcheinander, was daraus entstanden ist.

Doch warum teile ich das alles hier?

Ich glaube, ich wollte zuerst einmal schildern, wie dieser Prozess in mir abgelaufen ist. Ich habe nicht nur mich selbst kennengelernt bzw. zu meiner verloren geglaubten Gefühlswelt zurückgefunden, ich habe auch das Bedürfnis bekommen, mich zu öffnen. Meine Gefühle – die schlechten wie die guten – und auch meine Unvollkommenheit mit anderen Menschen zu teilen. Mich so zu zeigen, wie ich bin. Früher dachte ich, ich brauche sowas nicht. Ich habe mich nie anderen Menschen geöffnet und hatte kein Interesse an engen Freundschaften. Als Introvertierter bin ich doch in meiner eigenen Gesellschaft glücklich. Doch während ich immer mehr in Kontakt mit meinen Gefühlen kam, wurde mir irgendwann klar, dass auch mir Freundschaften wichtig sind. Tiefe Freundschaften, bei denen ich niemandem was vormachen muss, über alles reden und einfach so sein kann, wie ich bin.

Der Film über unsere Weltreise ist jetzt für kurze Zeit auf DVD erhältlich!

Und außerdem glaube ich, dass es uns Menschen gut tut, wenn wir uns gegenseitig verletzlicher zeigen. Die Masken fallen lassen. Denn wir haben alle Probleme, Herausforderungen und auch mal beschissene Tage. Warum sollten wir so tun, als ob immer alles perfekt läuft? Bei Facebook und Instagram immer einen auf heile Welt machen, wenn wir doch alle im selben Boot sitzen.

Wäre ja doof, wenn wir alle einsam im selben Boot sitzen, ohne es zu wissen, nur weil wir Angst haben, die anderen könnten es erfahren.

Verletzlichkeit schafft Tiefe, Nähe und Verbundenheit.

Ich will verletzlich sein!

PS. Wenn dir dieser Beitrag gefallen hat, freuen wir uns sehr, wenn du ihn auf Facebook teilst (einfach hier klicken und danach auf »Teilen«)!

 

ARTIKEL TEILEN:
Facebooktwittergoogle_plusmailFacebooktwittergoogle_plusmail

Veröffentlicht von

Thor Braarvig ist freiberuflicher Übersetzer, Musiker, Ehemann, Vater von vier Kindern, Norweger, Dortmunder

48 Kommentare

  1. Was für ein wunderbarer Text! Vielen Dank! Wie eigentlich immer, wenn ich Ihre Texte lese, sitze ich irgendwo inmitten vieler Menschen und vergesse alles um mich herum, weil ich sehr berührt bin und mich eben auch so sehr darin wiederfinde. Danke für die Offenheit und alles Gute für euch als Familie!
    Herzliche Grüße, Patricia

    Antworten

    • Vielen lieben Dank für die schönen Worte, Patricia! Es freut mich sehr zu lesen, dass du dich in meinen Texten wiederfindest! 😊
      LG Thor

      Ps. Du darfst mich gerne duzen! 😊

      Antworten

  2. Wie immer, absolut Hammer! Deine Blogposts geben mir jedes Mal so viel. Ich selbst kenne so viele Männer, die nie gelernt haben, ihre Gefühle zuzulassen oder in Worte zu fassen, was eine so krasse, lähmende Komponente in ihr Leben bringt. Unglaublich traurig, dass wir emotional immer noch festzustecken scheinen in alten Lebensweisen…

    Antworten

    • Vielen Dank für deinen Kommentar, Nina! 😊 Ich glaube, das kann, wie bei mir, viele Gründe haben. Und die Machokultur, die in vielen Kreisen herrscht, in der es für Männer als uncool angesehen wird, Gefühle zu zeigen, ist nicht unbedingt hilfreich dabei. Vielleicht wacht der eine oder andere von deinen Bekannten ja doch noch auf! 😊
      LG Thor

      Antworten

  3. Lieber Thor, du hast hier wirklich ehrlich und offen über deine Gefühle geschrieben, ich denke die wenigsten Männer können dies. Ich lese gerne deine Texte und freue mich schon auf den nächsten.
    Alles Liebe Wiebke

    Antworten

  4. Lieber Thor, Danke für deine Einsicht in dein Leben. Das tut mir Les sehr leid dass ihr auf so seltenen Wegen unterwegs wäre.höre aber nur dabei das es einen Gott gibt, den ihr doch mal vertraut habt.meinst du nicht es gäbe VErgebung bei ihm.Er liebt dich deine Frau wie deine Kinder.Er möchte an eurer Seite sein. Das wünsche ich dir und deiner Familie.
    mit lieben Grüßen, Renate

    Antworten

    • Vielen Dank für deinen Kommentar, Renate! Wir glauben zwar noch an Gott, aber dieser Glaube spielt eine viel geringere Rolle in unserem Leben als damals.

      LG Thor

      Antworten

  5. Dieser Text berührt mich wieder sehr. Wir Menschen sind nicht perfekt und das ist auch gut so. Warum versuchen wir so oft, nach außen hin perfekt zu wirken oder setzen uns selbst mit dem Perfektionismus unter Druck? Ist es nicht ein Streben nach etwas, dass uns von vornherein unglücklich macht, weil es es nicht gibt? Ich finde es so mutig, dass du von diesem Erlebnis erzählst. Ich lese deine Texte wirklich gern. Sie haben mich schon oft zum Nachdenken angeregt und mir selbst Mut gegeben, außerhalb der „Box“ zu denken.
    Ganz liebe Grüße an dich und deine Familie!
    Avesta

    Antworten

    • Vielen lieben Dank für deinen Kommentar, Avesta! Es ist schön zu hören, dass du meine Texte gerne liest! 😊
      LG Thor

      Antworten

  6. Vielen lieben Dank Thor, für deine Worte, für deine Ehrlichkeit, für deine Tiefe und dein Bedürfnis, das mit uns allen zu teilen. Ich liebe deine Texte. Sie sind so ehrlich und stark! So unglaublich authentisch und inspirierend! Vielen Dank dafür! Vielleicht fang ich irgendwann, unter anderem wegen dir, auch einmal an zu schreiben… Alles Liebe, Janina

    …und viel Kraft und Empathie wünsche ich Euch weiterhin, für Eure Liebe <3

    Antworten

  7. Oh Thor!Ich freue mich immer so sehr auf und über deine Beiträge…seit eurem wundervollen Film.nochmal mehr und ich muss sagen, mehr denn je würde ich mich freuen, wenn du irgendwann ein Buch schreiben würdest…deine Worte sind so berührend und dennoch so klar und echt.Eure Familie und eure Art zu leben haben uns stark inspiriert und ich finde es toll, dass du den Mut hast, auch die Wolken zu zeigen, wo bei vielen anderen scheinbar immer nur die Sonne strahlt…Oft fühle ich mich unzulänglich wenn ich zu viel social Media konsumiere, aber Beiträge wie deiner sind es, die mir zeigen, dass wir ganz normal sind😉 Danke❤️…und sorry für soviel Text🙈

    Antworten

  8. Ein sehr toller und ehrlicher Text! Ihr 6 seid mir so unglaublich sympathisch – was nicht oft vorkommt!

    Viele Grüße aus Berlin
    Wiebke

    Antworten

  9. Hallo Thor! Hallo Maria! Es ist so toll von euch zu lesen denn jedes Mal ist es, als ob ich in unser eigenes Chaos hineinkatapultiert werde, oder besser hineingezogen. Denn deine Worte scheinen magische Kräfte zu haben. Ich fühle mich euch so verbunden, obwohl ich wirklich nur euren Blog und euren Film kenne. Aber anscheinend haben wir einen echt ähnlichen Hintergrund. Denn ich bin auch in einer christlichen Sekte groß geworden. Mich würde wirklich interessieren, wie ihr euch davon gelöst und euren Weg gefunden habt. Fühlt euch gedrückt.
    LG

    Antworten

    • Hallo Elvira! Es bedeutet mir unheimlich viel, wenn Menschen wie du sich selbst in meinen Artikeln sehen! Also danke fürs Teilen! 😊 Und zu deiner Frage bezüglich der Sekte: Dadurch dass wir nach Deutschland ausgewandert sind und in einer etwas anderen Kultur leben durften, haben wir mit der Zeit gelernt, dass es nicht nur eine Perspektive gibt. Kein richtig und falsch, kein schwarz und weiß. Dadurch haben wir automatisch angefangen unseren Glauben zu hinterfragen und das war unsere Rettung. Es war also ein schleichender Prozess! In meinem Buch werde ich auch diese Geschichte erzählen, da sie quasi die Vorgeschichte unserer Weltreise ist.

      Bist du immer noch in der Sekte, von der du gesprochen hast? Wahrscheinlich nicht oder, denn dann würdest du sie wahrscheinlich nicht so nennen!?

      Liebe Grüße,
      Thor

      Antworten

      • Hallo Thor! Ich musste erst einmal meine Gedanken ordnen, um dir zu antworten. Ich kann gar nicht ausdrücken, wie viel mir diese Blogbeiträge bedeuten. Ich habe euch durch einen Beitrag bei Facebook kennengelernt und dann in einer Nacht eure kompletten Videos durchgeschaut. Ich konnte mich einfach nicht von euch lösen. Und auch euren Film schaue ich mir immer wieder an. Und von Anfang an war da ein Gefühl, dass da etwas ist, das uns verbindet. Ich konnte es nur nicht genau beschreiben. Dann kam Dein Blogbeitrag, in dem Du Deine Gedanken bezüglich des Todes und des Lebenskreislaufs beschreibst. Und da deutest du auch euren Hintergrund in einer Sekte an und da war mir klar, warum ich mich euch so verbunden fühle. Zu Deiner Frage: Wir befinden uns immer noch in einem Prozess der Abnabelung von dem, womit ich vor allem aufgewachsen bin. Und auch in einem Prozess der Selbstfindung: Wenn ich nicht mehr regelmässig in eine Kirchengemeinde gehe, gibt es dann meinen Glauben überhaupt noch, oder ist er damit gestorben? Welche Werte wollen wir unseren Kindern vermitteln? Wollen wir, dass sie auch mit diesem Gefühl der Schuld und Unsicherheit groß werden? Dieser Angst, ständig alles falsch zu machen? Was bedeutet mir mein Glaube noch? Diese und viele andere Fragen treiben mich um. Und hinzu kommt einfach dieser Wunsch nach Freiheit und Abenteuer! Deshalb gibt mir eure Geschichte so viel Hoffnung! So viel Vertrauen, dass auch wir als Familie irgendwann den Mut haben werden, unsere Flügel auszubreiten und zu fliegen. So lange gebe ich mir Mühe, die Wurzeln neu auszurichten und trotzdem auch zu pflegen. Ich hoffe, du verstehst, was ich meine! Liebe Grüße Elvira

        Antworten

        • Vielen Dank für deine Ausführliche Antwort! Ich wünsche dir viel Kraft und Durchhaltevermögen bei dem, was du gerade durchmachst. Und natürlich hängt dein Glaube nicht davon ab, ob du in eine Kirchengemeinde gehst oder nicht. Was und wie du glaubst, kannst du ja selbst herausfinden, so bald du komplett raus bist. Unsere Kinder wachsen nun komplett ohne diese Angst auf, die du beschreibst und mit der auch wir aufgewachsen sind. Und darüber bin ich unheimlich froh. Kein Zwang, keine Gehirnwäsche von unserer Seite aus usw. (Kinder glauben ja alles, was man ihnen erzählt). Alles gute euch noch auf eurem Weg! 😊
          LG Thor

  10. Oh, wie sehr kommen mir diese Morgen bekannt vor. Die Kids kommen nicht aus dem Bett. man selbst ist hundemüde, weil früh aufstehen für keinen von uns im Haushalt gut ist, der Saft läuft über den Tisch, weil der Becher umgekippt ist, und vermischt sich mit dem Müsli, was quer über dem Tisch verstreut liegt. Hose dreckig, wo war noch gleich eine neue? „Nein! Die will ich nicht anziehen, die ist doof. Ich will das Kleid!“ Und aus dem Stress, pünktlich in die Schule zu kommen, entsteht so schnell ein sinnloser Streit.
    Sind die Kinder weggebracht, sitze ich auch oft erstmal auf dem Sofa, bevor ich den Computer zum Arbeiten anschalte, und bin früh um 9 schon wieder total im Eimer.
    Finde mich ganz gut wieder. Und hätte bei dem Lied auch erstmal geheult. Und das tut auch gut, oder?
    Schöne Texte, danke dafür.

    Antworten

    • Hey Katja! Voll schön, dass du dich im Artikel wiederfindest! 🙂 Und vielen Dank für die lustigen Beispiele und die schönen Worte!
      LG Thor

      Antworten

  11. Ich verfolge euch schon länger. Ich finde alles so bewundernswert was ihr als junge (groß)Familie schafft und in welche Abenteuer ihr euch stürzt.
    Doch seid ihr so normal, verletzlich, unperfekt, wie jeder andere. Der unterschied: wie ihr miteinander umgeht, wie ihr euch seht, respektiert, liebt, vertraut!

    Ihr lebt schon das, wovon andere noch träumen und evtl nie hin erreichen. So viele Menschen und Ängste halten uns von unseren Träumen ab. Wenn du dich selbdt bereit fühlst für Veränderung ist erst der halbe Weg geschafft… Kinder sind nicht das Problem, sie verstrauen dir und fühlen sich Wohl, wenn du es tust. Aber was ist mit dem Partner???

    Ein Buch wäre toll. Euer Film und auch die kurzen Sequenzen aus eurem leben … unbeschreiblich.

    Ich schicke euch für schlechten Zeiten Zuversicht. Ihr seid toll ❤

    Antworten

    • Ach ja, der Partner. Da hatten wir wohl Glück, dass wir beide gleich verrückt sind und mittlerweile in vielen Dingen sehr ähnlich denken.

      Vielen lieben Dank übrigens für deine superschönen Worte! Motiviert zum Weitermachen! 😉

      Liebe Grüße,
      Thor

      Antworten

  12. Lieber Thor

    Dein Text geht einmal mehr unter die Haut…
    ich finde gerade keine anderen Worte als: ich bin seeeehr tief berührt und trockne die eine Träne am linken Auge…

    Alles Liebe und von Herzen Danke für deine Offenheit
    Sandra

    Antworten

  13. Danke! Das ist ein sehr schöner und tiefgründiger Text!

    Ich denke auch, dass wahre Stärke sich darin zeigt, dass man Schwäche zeigen und zulassen kann! Wir sind Menschen und keine Maschinen und das gehört halt zu unserer Menschlichkeit!

    Liebe Grüße von Annika

    Antworten

  14. Danke für diese mutigen Worte und die Offenheit!
    In unserer Gesellschaft wird derjenige, der sich verletzlich zeigt, meist für schwach gehalten. Dabei gehört eine große Portion innere Stärke dazu, sich vor anderen schutzlos zu machen. Wenn man die Masken immer aufbehält, entsteht keine echte Kommunikation von Mensch zu Mensch, von Seele zu Seele – sondern es bleibt oberflächlich, nur von Fassade zu Fassade. Aber es geht nicht tiefer und berührt nicht.

    Du schaffst es, nicht nur hier, sondern in all deinen Postings, die Tiefe des Menschseins zu zeigen und damit im Leser, in mir zu berühren. Danke dafür!

    Herzliche Grüße,
    Kathrin

    Antworten

  15. Hallo Thor, wieder mal sehr schön und ehrlich geschrieben. Ich lese Deine Texte immer wieder gerne, da sie so aus dem Leben kommen und sich wahrscheinlich jeder darin wieder erkennt, ich zumindest 🙂 Wer kennt diese Situationen nicht, dass Leben ist nun mal kein Ponyhof, zumindest nicht immer…
    Zu mir hat einmal jemand zu genau diesem Thema gesagt: „Weinen ist eine Emotion genauso wie lachen und wenn wir lachen schämen wir uns ja auch nicht.“ Und ich finde sie hat zu 100% recht, was raus muss, muss raus und fertig! Und meistens tut es einfach nur gut, lachen und auch weinen! In diesem Sinne, danke für Deinen wunderschönen Text. Und bleibt wie ihr seid, ihr seid eine wundervolle Familie 🙂
    Liebe Grüße aus Bayern Julia

    Antworten

  16. Lieber Thor, ich finde deinen Bericht wirklich klasse und emotional geschrieben. Mich hat er beim Lesen wirklich sehr berührt und bewegt. Ich habe ja schon deine Reiseberichte immer sehr aufmerksam verfolgt, gelesen und kommentiert und muss ehrlich sagen, Du bist ein wirklich besonderer Mensch. Du schreibst aus der Seele und berührst die Seele anderer. Das zeichnet dich aus und darauf kannst Du Stolz sein! Es ist richtig auch als Mann zu seinen Gefühlen und Emotionen zu stehen und zeigt viel mehr von Stärke, als von Schwäche. Bleib wie Du bist !!! Von Herzen Dir und Deiner lieben Familie das allerbeste gewünscht. Björn

    Antworten

  17. So wunderbar, gefühlvoll und berührend geschrieben. Zauberhaft. – ich mag dein Schreibweise sehr. Das Schlusswort ist wahr. Danke für diese Einblicke. Ich bin sehr berührt!

    Antworten

  18. In einer ganz ganz ähnlichen Situation erreicht mich gerade durch Zufall dein Text. Ich kann mich gar nicht daran erinnern, wann ich zuletzt einen Blogartikel den ich gelesen habe kommentiert habe, aber es ist mir so wichtig zu sagen, wie viel mir das gerade bedeutet und wie deine Worte mir neue Blickwinkel eröffnet haben. Ich sitze also hier, auf dem Schoß das mitweinende Baby und unten ein Kind, zu dem ich gerade so unfair war und mein Mann, der so perfekt ist aber unsere Beziehung so voller Chaos und seh wie wundervoll eigentlich alles doch ist. Danke dafür.

    Antworten

    • Wow! Das freut mich extrem! Dein Kommentar macht mich gerade sprachlos… Danke dir! 🙏
      Und genieß dein Chaos!
      LG Thor

      Antworten

  19. Vielen Dank für diesen schönen Artikel! Das alles erinnert mich ein wenig an meinen Partner und mich selbst. Und ich hatte auch ein paar Tränchen in den Augen. Genau solche Menschen wie dich braucht es! Menschen, die zeigen, wer sie wirklich sind und auch ihre Schwächen teilen. Denn genau das hilft anderen zu sich selbst zu finden und durch eine offene Art haben andere Menschen auch das Gefühl sich etwas mehr öffnen zu können. Und mal ehrlich: Wir wollen doch alle eigentlich nur wir selbst sein und die Masken fallen lassen können. Bitte mach weiter so! Ich bin gespannt auf weitere Artikel von dir. Hiermit ist der Blog abonniert. 🙂
    Vorweihnachtliche Grüße

    Antworten

    • Vielen Dank für deine Gedanken zu meinem Artikel! Ich sehe es genau so wie du. Sich so zu zeigen, wie man ist, ist unglaublich befreiend. Und mir hat es selbst in vielen Situationen sehr viel geholfen, wenn andere Menschen genau das getan haben!
      LG Thor

      Antworten

  20. Finde es ganz toll wenn das ein Mann kann…und sehr wichtig denn wie du schon sagtest…es bedeutet ein Stück weit Heilung!
    Versuch es meinem Mann auch näher zu bringen…denn ich denke das schreien sind sind auch ungeweinte tränen. Neulich hat sich auch ein Knoten gelöst.
    Auf YouTube gibt es ein Video zu diesem Thema
    Patrick Catuz
    Boys do cry

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.