Lydia tat einen großen Schritt nach vorne, verließ damit das Boot der Tauchschule Crystal Dive und landete mit ihrer schweren Tauchausrüstung im Meer. Sie verschwand kurz unter der Meeresoberfläche, tauchte dann aber schnell wieder auf, da sie vorher ein wenig Luft in ihre Tarierweste eingelassen hatte. Ich folgte ihrem Beispiel, und nachdem wir beide in unsere Tauchmasken gespuckt und unsere Spucke wieder ausgewaschen hatten, damit das Glas nicht beschlagen würde, schwammen wir mit unserem Tauchlehrer, der schon vor uns ins Meer gesprungen war, langsam ans Ufer.[Weiterlesen]
Eine Weltreise ist kein Ponyhof
Eines Tages, als wir uns noch auf Koh Samui befanden, passierte folgendes: Ich und meine Frau waren damit beschäftigt unsere Kinder ins Bett zu bringen, während diese es für eine bessere Idee hielten, auf den Betten herumzuturnen.
„Hört auf mit dem Gehopse“, sagte ich leicht genervt, während ich Richtung Badezimmer ging, um Zahnbürsten und Zahnpasta zu holen, „sonnst tut sich gleich einer weh“. Keine zwei Sekunden später hörte ich einen Schrei und ein dumpfes, unheimliches Geräusch, das nichts Gutes bedeuten konnte. Also rannte ich zurück, fand die kleine Filippa auf dem Boden, hob sie auf und erkannte zu meinem Entsetzen, dass sie eine ziemlich üble Platzwunde am Kinn hatte. Während ich sie zu trösten versuchte, wurde mein T-Shirt vollgespritzt mit ihrem Blut und wenig später, als die Blutung etwas nachgelassen hatte, war ein dunkelroter Spalt in ihrer Haut zu sehen, etwa zwei Zentimeter lang.[Weiterlesen]
Unsere Zeit auf Koh Samui
Die Welt ist schön…
Die Welt ist schön. Zu schön eigentlich, um nicht erlebt zu werden. Zu schön, um sich ständig in der Stadt aufzuhalten, um die meiste Zeit im Verkehr, auf der Arbeit oder vorm Fernseher zu verbringen, zu schön um jeden Tag das gleiche zu machen und in festgelegten Routinen gefangen zu sein. Das Leben ist einfach zu kostbar, um nicht wirklich gelebt zu werden. Es ist zu wertvoll, um nicht ein Abenteuer daraus zu machen.
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Der Junge und das Meer – warum ich unbedingt nach Koh Tao wollte
Ich liebe das Meer, das war schon immer so. Das Rauschen der Wellen, der salzige Geruch und die Schreie der Möwen – mit all dem bin ich aufgewachsen, und wahrscheinlich ist das auch einer der Gründe, warum das Meer heute noch so etwas wie eine fast magische Anziehungskraft auf mich ausübt. Als ich ein Kind war und unbeschwert die kurze Waldstrecke von unserem Holzhaus zum Strand gelaufen bin, war ich super glücklich. Ich erinnere mich an den trockenen Geruch, den der Wald an diesen warmen Sommertagen von sich gab, und an das Geräusch von ausgetrockneten Fichtennadeln, die unter meinen Schuhen knisterten, während ich den steilen Pfad hinunterlief und mich auf das kühle Wasser freute. Es war mir in diesem Alter völlig unmöglich zu verstehen, dass es Menschen gab, die einfach so mitten in Norwegen wohnten, weit weg vom Meer entfernt. Manche von ihnen machten Urlaub in unserem Dorf in den Sommerferien. Sie taten mir furchtbar Leid.[Weiterlesen]
Ein offener Brief an meine Frau
Liebe Maria,
heute sind wir seit genau 12 Jahren verheiratet, und ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie wir eines Abends kurz vor der Hochzeit uns die Sterne am Himmel angeschaut und über unsere Zukunft gesprochen haben. Wir freuten uns wahnsinnig auf alles, was vor uns lag: den baldigen Umzug nach Deutschland, die Kinder, die wir bekommen würden und alles, was sonst noch passieren würde, wovon wir aber noch keine Ahnung hatten.[Weiterlesen]
Ohne Unterkunft auf Koh Samui
Nach zwei Tagen in einem kleinen und ruhigen Hotel außerhalb Bangkoks sind wir mit dem Nachtzug nach Surat Thani gefahren. Von dort ging es dann am frühen Morgen mit dem Bus weiter Richtung Don Sak, von wo aus eine Fähre uns zum Pier von Koh Samui brachte – der Ort, an dem diese Geschichte anfängt…
„Einfach nur weiterlaufen“, antwortete ich meiner Frau, nachdem sie mich verunsichert fragte, was wir jetzt machen sollen.[Weiterlesen]
Die Ruhe des Waldes
Ich wohne seit 12 Jahren nicht mehr in Norwegen und habe meine alte Heimat in dieser Zeit nur selten vermisst. Eine der wenigen Sachen, die mir gefehlt hat, ist die unberührte Natur, die es hier jede Menge von gibt. Es tut einfach richtig gut, in einen Wald reinzugehen, der unendlich groß zu sein scheint und nicht nach einem Kilometer aufhört. Oder baden zu gehen, ohne Eintritt bezahlen zu müssen, zum Beispiel in einer schönen Bucht am Meer oder nackt alleine in einem einsamen See. Dabei geht es mir eigentlich nicht um das Geld, ich hab eher ein Problem mit dem Eintrittbezahlen an sich. Wenn ich an einem Schalter vorbeigehe und eine Eintrittskarte kaufe, habe ich einfach nicht mehr das Gefühl, in der freien Natur zu sein.[Weiterlesen]
Papa, wohin ziehen wir nächste Woche um?
Die ersten zwei Tage unserer Reise haben wir bei meinem Bruder in Oslo verbracht. Danach haben sich unsere Wege erst mal getrennt. Während meine Frau ein paar Tage gearbeitet hat, bin ich mit den Kindern für eine Woche nach Karmøy geflogen, eine Insel an der Westküste Norwegens. Dort wohnen meine Mutter und die meisten meiner Geschwister (ja, ich habe sehr viele davon), also dachte ich, dass es eine gute Gelegenheit war, um bei ihnen vorbeizuschauen.[Weiterlesen]
Wir sind dann mal weg
Unsere Reise hat gestern schon angefangen (yeah!) und wir sind alle in Oslo angekommen und super happy! Den Text unten habe ich am Tag vor der Abreise geschrieben, habe es aber nicht mehr geschafft, es zu veröffentlichen. Du wirst gleich verstehen, warum…
Nur noch ein mal schlafen, dann geht’s los. Gut, wir fliegen erst nach Norwegen, was für uns an sich nichts Neues ist. Aber dieser Flug ist trotzdem der Startschuss für die große Reise. Unsere provisorische Wohnung ist aufgelöst und alles, was wir zum Leben brauchen, haben wir in unsere Rucksäcke gestopft. Fühlt sich gut an.[Weiterlesen]